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Risiken und Chancen

Neben der Beurteilung der Renditechance einer Vermögensanlage ist aber auch die Einschätzung der persönlichen Risikobereitschaft des Anlegers, also sein persönliches "Risikoprofil" (z. B. sicherheitsorientiert, konservativ, wachstumsorientiert, dynamisch) mit entscheidend, denn: höhere Renditechancen bergen tendenziell auch höhere Risiken

Schwankungsrisiko der Vermögensanlage

Grundsätzlich gilt, je länger das Vermögen angelegt werden kann, desto länger ist der Anlagehorizont und desto mehr Risiken können eingegangen werden. So können zum Beispiel jüngere Anleger ein höheres Risiko eingehen, da eventuelle Schwankungsrisiken "ausgesessen" werden können. Sie wollen vielleicht eine überdurchschnittlichere Rendite erzielen und gehen dabei leichter höhere Schwankungsrisiken ein, im schlimmsten Fall bis zum Totalverlust. Im Gegensatz dazu werden ältere Anleger eher auf Sicherheit und Werterhalt der Vermögensanlage achten, um nicht ihre Altersvorsorge zu gefährden. Sie möchten ihr Vermögen sicherer wissen und nehmen dadurch eine geringere Rendite in Kauf.

Die Frage stellt sich also: Wie viel Risiko kann oder will ein Anleger mit seiner Vermögensanlage eingehen? Der Blick in den Rückspiegel auf historische Risiken und Renditen ("Wertzuwächse") beispielsweise der Jahre 1978-2001 hilft vielleicht etwas weiter:

Vermögensklassen /

Assets (Beispiele)

monetär

(inflations-

gefährdete Geldanlagen)

*)

nicht-

monetär

(inflations-

geschützte Sachwerte)

**)

Ø Wertzu-

wachs

pro Jahr

1978-2001 ***)

Ø Risiko

 pro Jahr 

(Schwankungen) nach oben

oder unten

1978-2001 ***)

Aktien Australien

  X

 

 

Aktien China

  X

 

 

Aktien Deutschland 

* Nebenwerte    * Standardwerte

  X

12,39 %

 

34,04 %

 

Aktien Europa 

* Global Standardwerte

* Nebenwerte    * Neue Märkte

  X

12,02 %

 

 

21,10 %

  

 

Aktien Großbritannien Standardwerte

  X

 

 

Aktien International Standardwerte

  X

 

 

Aktien Japan

  X

 

 

Aktien Emerging Markets   X 14,58 % 21,29 %

Aktien Indien

  X

 

 

Aktien Lateinamerika 

  X

 

 

Aktien Osteuropa

  X

 

 

Aktien Schweiz

  X

 

 

Aktien Skandinavien

  X

 

 

Aktien Spanien / Portugal

  X

 

 

Aktien Schwellenländer

* Asien

* Global

  X

   n. b.     

12,68 %

n. b.     

n. b.     

28,31 %

n. b.     

Aktien USA 

* Nebenwerte

* Standardwerte   * Technologie

  X

12,11 %

 

 

19,09 %

 

 

Renten

* Deutschland

* Emerging Markets

* Europa

* Japan

* Südost-Asien

* USA

X  

 

6,81 %

14,62 %

6,30 %

8,67 %

12,96 %

8,57 %

 

6,01 %

15,91 %

6,00 %

12,74 %

7,51 %

14,40 %

Geldmarkt

* Deutschland

* Europa

* USA

* Südostasien

X  

 

5,59 %

5,70 %

6,98 %

5,75 %

 

2,85 %

3,20 %

13,18 %

8,90 %

Offene Immobilienfonds

* Deutschland

* Europa

* USA

  X

 

5,76 %

6,21 %

6,51 %

 

2,28 %

1,97 %

16,04 %

Gewerbeimmobilien

   ** Deutschland

   ** Europa

   ** USA

Wohnimmobilien

   ** Deutschland

   ** Europa

   ** USA

  X

 

 10,04 %

12,22 %

9,76 %

 

8,35 %

9,81 %

11,14 %

 

 4,48 %

6,77 %

14,23 %

 

5,01 %

3,62 %

13,86 %

Gold

  X 7,81 % 43,38 %

Schiffsbeteiligungen

  X 9,47 % 22,43 %

Venture Capital

* Europa

* USA

  X

 

7,81 %

20,57 %

 

7,96 %

11,83 %

deutsche (nicht angelsächsische)  Kapitallebensversicherungen  X   5,56 % 0,61 %
Schecks, Kassenbestand, Guthaben bei Banken und Sparkassen X  

 

 

Verbindlichkeiten / Forderungen

* verzinslich: Zins beinhaltet ...

   ** ... Inflationsausgleich

   ** ... keinen Inflationsausgleich

* unverzinslich

 

 

neutral

X

X

  

 

neutral

 

 

 

 

Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für die Zukunft, sie können schlechter oder besser sein. *) Inflationsgefährdete Geldwertanlagen, "geldnahe" Positionen. **) Inflationsgeschützte Sachwertanlagen. ***) Handelsblatt 4.04.2002: Risiken im Depot aufspüren, Zeitraum 1978-2001 (23 Jahre), pro Jahr.

Allerdings wer als Autofahrer bloß in den Rückspiegel schaut, fährt beim Vorwärtsfahren ebenso gegen die Wand. Gleiches gilt für den Wert von "Muster-Portfolios". Muster-Depots gewähren lediglich den "Blick in den Rückspiegel". Diese Sichtweise ist kaum erfolgreich. Die Vergangenheit wiederholt sich zwar bisweilen, aber erkennen lässt sich das erfahrungsgemäß erst, wenn die Zukunft zur Vergangenheit geworden ist. Frei nach Karl Valentin: Wenn die Zukunft die Vergangenheit war, dann ist heute morgen später oder ... "die Zukunft war früher auch besser".

Anleger dürfen daher für sich entscheiden, welche Rendite sie für ihr Investment anstreben und wie viel Risiko sie dafür bereit sind, künftig in Kauf zu nehmen. Die Antwort darauf ist abhängig von den individuellen Lebensumständen wie Alter, familiärer Situation, Vermögen (oder Schulden), Einkommen und der Lebensplanung, um nur die wichtigsten zu nennen. 

Wer aber nicht bereit ist, mit einem Mix höherer Schwankungsrisiken und gleichzeitig höheren Renditechancen systematisch diversifiziert in - qualitativ ausgewählte - höherrentierliche sachwertorientierte Vermögensklassen zu wechseln, bleibt im Alter - wenn es finanz- und wirtschaftspolitisch so weitergeht - höchstwahrscheinlich eine arme Maus.

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BESEMA GmbH Beteiligung Service Management * Stand: 17. Oktober 2009
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