in Aktienfonds (VL-Aktienfonds-Sparen)
Stand: 1.10.2009
Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind Geldleistungen des Arbeitgebers, die Arbeitnehmern und Auszubildenden
aufgrund eines Tarifvertrages, einer Betriebsvereinbarung oder eines
Einzelarbeitsvertrages zustehen. Vermögenswirksame Leistungen in
Produktivkapital (Beteiligungssparen, z. B. Aktienfonds) werden besonders
gefördert (§ 2 Abs. 1 Nr. 1-3, Abs. 2-4 fünftes VermBG).
Hatten Sie
das gewusst?
In
den Jahren 1991 bis Ende 2001 erreichten VL-Sparformen in deutsche Aktienfonds
im Durchschnitt einen jährlichen Wertzuwachs von
9% (Quelle: http://www.bvi.de).
Hinweise
Anspruch auf Arbeitnehmer-Sparzulage
Arbeitnehmer können insgesamt bis zu € 870,--
vermögenswirksame Leistungen pro Jahr zulagenbegünstigt anlegen. Dabei
entfallen maximal € 400,- auf Aktienfonds. Dies bedeutet, dass
Sie als Arbeitnehmer mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit bei einer
Einzahlung von € 400 in einen
VL-fähigen Aktienfonds jährlich maximal € 80,--
AN-Sparzulage (seit 2009: 20% AN-Sparzulage von max.
€ 400) vom Staat
geschenkt
bekommen. Bei Bausparverträgen beträgt die
AN-Sparzulage maximal € 45 pro Jahr. Zusätzlich können VL-Bausparer noch
Wohnungsbauprämie erhalten. Bausparer, die ihren Vertrag seit 2009
abschließen, bekommen die staatliche Wohnungsbauprämie nur, wenn sie ihren
Vertrag zum Bau oder Kauf einer Immobilie oder andere
wohnungswirtschaftliche Zwecke verwenden. Die Höhe der Wohnungsbauprämie
beträgt auf jährliche Sparbeiträge bis € 512 (Ehepaare € 1.024) maximal € 45
pro Jahr (Ehepaare € 90). VL-Sparer, die einen Vertrag als reine Geldanlage
abschließen, gehen leer aus.
Die AN-Sparzulage ist
steuer- und
sozialabgabenfrei (§ 13 III VermBG).
VL-Bedingung bei Aktienfonds: Das zu versteuerndes Jahreseinkommen
(Jahr 2009) darf während der siebenjährigen Sperrfrist nicht größer als €
20.000 (zusammenveranlagte Paare € 40.000) pro Kalenderjahr betragen. Liegt
also Ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen in dem Kalenderjahr, in dem die VL
angelegt worden sind, unter diesen Grenzen, erhalten Sie die Sparzulagen.
Das Bruttoeinkommen kann um einiges darüber liegen, je nachdem, welche
Werbungskosten oder Sonderausgaben Sie als Arbeitnehmer absetzen können. Die
Zulage wird im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung jährlich
beantragt.
Sämtliche Angaben dienen nur als
Anhaltspunkt und sind ohne Gewähr - u.a. auch wegen möglicher steuerlicher
Änderungen in der Zukunft.
VL-Sparverträge laufen 7 Jahre (Sperrfrist), in denen über das
Angesparte regelmäßig nicht verfügt werden darf, das heißt 6 Jahre gleichmäßig
einzahlen und ein Jahr liegen lassen ... Sind die Fördervoraussetzungen
erfüllt, wird die AN-Sparzulage nach Ablauf
der Sperrfrist von 7 Jahren festgesetzt oder bei einer unschädlichen vorzeitigen Verfügung
sofort fällig und am Ende der Vertragslaufzeit dem Anlageinstitut überwiesen.
Sobald kein Arbeitsverhältnis mehr besteht, beginnt der
VL-Vertrag zu ruhen. Für diese Zeit wird keine Sparzulage gewährt.
Prinzipiell kann aber weiterhin in den Vertrag eingezahlt werden, eine
staatliche Förderung ist aber nicht mehr möglich. Eine Liste der aktiv
angebotenen VL-Fonds finden Sie z.B. unter http://www.bvi.de.
Nach dem 7. Jahr können
Sie über das angesparte Vermögen verfügen. Dieses kann aber auch liegen
bleiben und weiter wachsen. So bietet ein VL-Depot die Möglichkeit, auf einen
günstigeren Auszahlungszeitpunkt zu warten, um zum Beispiel
kurzfristig auftretenden Kursschwankungen zu glätten, um damit eine bessere Rendite zu erzielen.
Tipp: Auch
wenn Sie keine VL von Ihrem Arbeitgeber erhalten, zahlen Sie einfach freiwillig
in einen VL-fähigen Aktienfonds-Sparvertrag ein und sichern Sie sich
die staatliche AN-Sparzulage.
Verschenken Sie kein Geld!
Das
Prinzip ist einfach: Zunächst schließen Sie als Anleger mit einer
Investmentgesellschaft einen Fondssparplan über VL ab. Der Arbeitgeber erhält
davon eine Abschrift. Die VL fließt von da an durch Überweisung des
Arbeitgebers regelmäßig meist monatlich in den von Ihnen als Arbeitnehmer
gewählten VL-fähigen Fonds.
Was
mache ich mit meiner bestehenden VL-Anlage, wenn ich wechseln will?
Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, die VL auf mehrere
Sparverträge aufzuteilen und auch auf mehrere Konten zu überweisen, wenn Sie
als Arbeitnehmer das so wünschen. Der "alte" Vertrag würde somit von
Ihnen nicht mehr bespart und bliebe zum Beispiel bis zum Ablauf der Sperrfrist
liegen, damit Sie die AN-Sparzulage nicht verlieren.
Beispiel:
Sie haben Anspruch auf VL vom Arbeitgeber in Höhe von € 26 (DM 52) pro Monat
und wollen die maximale AN-Sparzulage bei einer Anlage in einen VL-fähigen,
international anlegenden Aktienfonds ausnutzen. Nach Abschluss des Vertrages zur Anlage der
VL in einen
Aktienfonds überweist Ihr Arbeitgeber € 34 monatlich (€ 26 vormals DM 52) vom Arbeitgeber
+ € 8 von Ihrem Gehalt.
Sensivitätsanalyse
VL-Anlage
(vor Kosten) in einen global anlegenden, konservativ gut gemanagten Aktienfonds;
Prämisse: Der durchschnittliche
Wertzuwachs wird aus den Zahlungen des
Arbeitgebers € 26 p. M. und den Eigenleistung des Anlegers € 8 p. M.
gerechnet.
|
|
...
%
Ø
Wertzuwachs pro Jahr *)
(Annahmen) |
|
0 % |
|
3 % |
|
6 % |
|
9 %*) |
|
| Einzahlungen: |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
vom
Arbeitgeber monatlich € 26 für 6 Jahre |
1.872 € |
64%
|
1.872 €
|
59 %
|
1.872 €
|
54 %
|
1.872 €
|
50 %
|
|
+
|
Ihre
Eigenleistung € 8 monatlich für 6 Jahre |
576 €
|
20% |
576 €
|
18 %
|
576 € |
17 %
|
576 € |
16 %
|
|
+ |
maximale
staatliche AN-Sparzulage (20%) = € 80,--pro Jahr x 6 Jahre
= 480 € |
480
€ |
16% |
480
€ |
15% |
480
€ |
14% |
480
€ |
13% |
|
+ |
Ø
Wertzuwachs
... % pro Jahr (vor Kosten) |
0 € |
0%
|
257 € |
8% |
514 € |
15% |
771 € |
21% |
|
Auszahlungsbetrag
nach 7 Jahren rund |
2.928
€
|
100% |
3.185
€
|
100% |
3.442
€
|
100% |
3.699
€
|
100% |
*)
kfm. gerundet. Von 1991-2001
erreichten VL-Sparformen in deutsche Aktienfonds im Durchschnitt einen jährlichen
Wertzuwachs von 9 % (http://www.bvi.de).
International, konservativ anlegende
Aktienfonds erreichten deutlich bessere Ergebnisse:
12,7%
pro Jahr (!) Wertsteigerung war beispielsweise der Durchschnittswert des
Templeton Growth Fund (US $) von 1954-2008. Ergebnisse der Vergangenheit bei Aktienfonds
sind keine Garantie für die Zukunft; sie können schlechter oder besser sein.
Schlechtester Eintrittsfall (worst case) bei einem
Investment in Einzelaktien (von einer Kapitalbeteiligung in Einzelaktien raten wir
dringend ab!):
Bei einer Seitwärtsbewegung (0% Wertzuwachs) einer Einzelaktie gehörten dem
Anleger in 7 Jahren immer noch € 2.928, bei einem
eigenem Kapitaleinsatz von
nur
€ 576. Selbst bei einem theoretischen
Totalverlust z.B. einer Einzelaktie - bei
international anlegenden konservativ gut gemanagten Aktienfonds dagegen ausgeschlossen, denn die Börse hat sich immer wieder erholt (nicht so
dagegen bei Einzelaktien) - hätte der
Anleger trotzdem noch die staatliche AN-Sparzulage von € 480 nach 7 Jahren; sein
maximales Verlustrisiko beträgt somit max. € 96 (€ 576 ./. € 480).
Und
welche zusätzlich erzielbaren Renditechancen mit hoher
Eintrittswahrscheinlichkeit stehen erst den überschaubaren Wertschwankungen eines
international konservativ anlegenden Aktienfonds gegenüber?
Eigenanteile
von regelmäßig weniger als 16-20% aufbringen und dafür nach 7 Jahren
100% erhalten?!?
Sie müssen also keinen Bausparvertrag (inflationsgefährdete
Geldanlage) je nach Anbieter und Tarif mit lediglich 2-4% pro Jahr Verzinsung in
der Ansparphase abschließen; denn mehr als
diese Mini-Verzinsung - unter Umständen noch abzüglich der Abschlussgebühr (1% ? auf
die Bausparsumme) und weiterer Kosten - erhalten Sie von der Bausparkasse auf keinen Fall!
Hinweise
Das Ansparen vermögenswirksamer
Leistungen (VL-Sparen) beispielsweise in mehrere, zeitlich aufeinander folgende,
international und konservativ anlegende Aktienfonds (inflationsgeschützt) kann so
langfristig betrachtet zu einem
beachtlichen Kapitalstock führen.
Sie sehen: mit der
Anlageform in einer renditeerhöhten Anlageklasse
(Sparplan mit Zuschuss) können Sie mit VL langfristig einen Teil
Ihrer privaten Altersvorsorge
absichern. Je früher Sie mit kleinen regelmäßigen Sparbeiträgen beginnen,
desto besser.
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